Was macht ein guter Planer für ein Smarthome aus?

26. October 2016 - Dienstleistung – Was wir für Sie tun können

Ein guter Planer zeichnet aus, dass er die Kundenanforderungen (oder auch Requirements genannt) versteht. Wenn man nicht alles am Haus selbst macht, sondern es von Dienstleistern machen lässt, muss man als Bauherr seine Ideen und Wünsche an den Dienstleister übertragen können. Und der muss es auch verstehen, was man will.

In dem Buch „Exploring Requirements – quality bevor design“ aus dem Jahr 1989 von Gause & Weinberg wird anhand einer netten Bildbeschreibung gezeigt, was passieren kann, wenn drei Menschen folgende identische Aufgabenbeschreibung gestellt bekommen: „Konstruiere etwas, welches eine kleine Gruppe an Personen von der äußeren Umgebung schützt“.

 

 

Abbildung 1: Person 1 – Bau eins Iglus
Abbildung 2: Person 2 – Bau eins Schlosses
Abbildung 3: Person 3 – Bau einer Weltraumstation

Natürlich ist dies jetzt etwas überspitzt. Aber auch bei noch so keinen Aufgaben oder Handlungsanweisungen gilt: Selten wird die auszuführende Person exakt das umsetzen, was die beauftragende Person eigentlich wollte. Es wird also selten perfekt abgestimmte Gedankengänge geben. Ziel ist daher, vor allem bei einem Haus, welches man über mehrere Jahrzehnte bewohnen will, sich mit dem Planer möglichst nahe an den Idealzustand – das perfekt synchronisierte Gehirn – anzunähern. Wieder zeigen die Bilder aus dem Buch „Exploring Requirements – quality bevor design“ bildlich, was damit gemeint ist:

 

 

Abbildung 4: Die Idealvorstellung des Kunden / Bewohner / Auftraggeber. Er weiß, was er haben will und was nicht
Abbildung 5: Prozess bei der Anforderungsanalyse: Nach dem ersten „Kennenlerngespräch“ zwischen Auftraggeber und –nehmer sind die Gehirne nur sehr vage miteinander verknüpft. Erst nach systematischen Anforderungsanalysemethoden nähern sich die Vorstellungen zwischen den beiden Parteien an, bis nahezu eine identische Vorstellung entsteht.

Anhand der Bilder wird deutlich, dass es elementar ist, als Planer eine Strategie zu entwickeln, effizient und zuverlässig an die Anforderungen des Kunden zu gelangen. Und genau hier sind die ersten signifikanten Unterschiede eines guten oder schlechten Dienstleister zu erkennen. Während sich einige mit einem Erstgespräch zufrieden geben, können bei anderen noch einige Gespräche folgen. Es macht natürlich zunächst einen guten Eindruck, wenn man als Bauherr das Gefühl hat, der Dienstleister versteht mich – und das schon nach dem ersten Gespräch. Statistiken belegen jedoch, dass es in 9 von 10 Fällen dann doch deutliche Abweichungen von Vorstellung und Umsetzung gibt. By the way: Das hier gesagte trifft auf jeden Marktbereich zu, nicht nur auf die Baubranche.

Einen Fehler zu korrigieren wird umso teurer und aufwendiger, je später er entdeckt wird. Folgende Grafik stellt das Verhältnis zwischen Auftretenszeitpunkt und Kosten dar.

Abbildung 6: Kosten der Behebung von Fehlern oder Missverständnis zum Zeitpunkt des Auftretens / Erkennens

Kurz gesagt zeigt die Grafik, dass das Beheben von erkannten Missverständnissen z.B. in der Phase „Leitungsverlegung im Rohbau“ 30x teurer sein kann, als wenn bereits bei der Erhebung der Anforderungen das Missverständnis erkannt worden wäre.

Fazit: Als Bauherr sollte man darauf achten, dass ein Dienstleister die erste Phase besonders ernst nimmt. Ein Hinweis könnte z.B. bereits im Angebot zu finden sein. Ist hier eine Position für die Anforderungsphase enthalten, der zunächst etwas höher aussieht, kann man davon ausgehen, dass er diesen Punkt ernst nimmt. Möglicherweise fällt das Angebot dann etwas teurer aus. Aber die Unsicherheit, am Ende viel für die Nacharbeit zu bezahlen, oder mit einer nicht oder falsch umgesetzten Anforderung zu leben, ist deutlich geringer.

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